23.01.2010 (m) – Kochkurs in Chiang Mai

Um 9.45 Uhr glauben wir uns ins Jahr 2005 zurückversetzt. Wir sitzen im kleinen Büroraum der Chiang Mai Thai Cookery School und halten das kleine Kochbuch in den Händen, das wir zu Hause seit fünf Jahren rauf und runter kochen. Jetzt hat es doch noch geklappt, unser Geburtstagsgeschenk an Philip einzulösen, wie wir es eigentlich wollten: in dieser renommierten Schule, der ersten am Ort.

Der Kurs, der heute stattfindet ist exakt derselbe, den wir damals schon (mit Kalle und Sina) gemacht haben, aber dieser Menüfolge kann man einfach nicht widerstehen:

Klare Suppe mit Hackfleischbällchen, Vegetarische Frühlingsrollen, Hähnchen mit Ingwer, Rotes Curry mit gerösteter Ente, Hähnchen mit Pandanusblatt, Klebreis mit Mango. Dem Gekoche vorgeschaltet ist ein einstündiger Gemüseschnitzkurs. Wir versuchen uns an Tomatenlotus und –rose sowie am Karottenblatt. Übung macht wohl auch hier den Meister. Die Gruppe des heutigen Tages setzt sich aus zehn Männern und vier Frauen zusammen, so ist das heutzutage. Die Männer bzw. auch die schwulen Männer sind einfach die größeren Kulinarischlümpfe und liebevolleren Köche.

Schon geht es los mit dem ersten Rezept und das Häuflein der Thai-Köche bzw. Bald-Thai-Köche verschwindet im klimatisierten Show-Room. Unser Lehrer für heute ist ein junger Thai mit tätowierten Armen – er ist sicher ein guter Koch, aber kein guter Entertainer. So laufen die Demonstrationen fachlich richtig und informativ, aber nicht sonderlich unterhaltsam ab. Aber man trifft sich hier ja schließlich um kochen zu lernen und nicht um sich unterhalten zu lassen. Dafür kann man ja schließlich ins Kino gehen…Kurz werden also die verwendeten Zutaten erläutert, ehe O (so der Name des Lehrers) unter einem großen, gekippten Spiegel (dass man schön von oben in die Töpfe und Woks blicken kann) Schritt für Schritt das jeweilige Gericht vorkocht. Sodann strömen die Kochlehrlinge hinaus an die Kochstellen, Profigasbrenner, wo schon alle Zutaten fein säuberlich vorbereitet sind. Ein wenig muss noch geschnippelt werden, dann brät, rührt und kocht jeder sein eigenes „Süppchen“ zusammen. Gleich im Anschluss wird dieses genüsslich verspeist. Auf zum nächsten Gericht…so läuft das weiter, bis alles sechst Gerichte zubereitet und verdrückt sind. Die Uhr zeigt 16 Uhr, als uns die Busse der Kochschule wieder wohlbehalten in der Altstadt absetzen. Wir haben den Tag in der Küche wahrlich genossen, gelernt und geschlemmt.

Wir spülen die Küchen- und Kochdämpfe von der Haut und genießen ein Feierabendbierchen. Tatsächlich kehrt auch in den späteren Abendstunden ein leichtes Hungergefühl zurück und wir schlappen für einen kleinen Snack nochmals hinaus. Die anfängliche Müdigkeit verfliegt von Bissen zu Bissen und Schluck zu Schluck, so dass der Abend in zwei Bars mit Live-Musik doch länger wird, als ursprünglich angenommen.