14.09.2009 (m) – Wir schlafen aus! Aber nicht zu lange, schließlich liegen auf unserem Nachttisch zwei Frühstücks-Vouchers. Und selbiges möchten wir in dem noblen Hotel hier schon gerne auskosten. Also wird uns gegen 9 Uhr von einer freundlichen Dame die Tür zum Salon geöffnet. Vor uns steht ein riesiges Buffet mit diversen Broten, eingelegten Gemüsen, warmen, scharf gewürzten Gerichten, Teekannen, diversen Grützen, Baozi – gefüllt und ungefüllt – und sogar aufgeschnittener Kuchen. Wir tasten uns langsam am Buffet entlang und probieren uns durch viele, viele Gerichte. Sehr schmackhaft!

Nach dem Frühstück organisieren wir Zugtickets nach Zhanghye, was ja im Business-Center des Hotels ja nur eine Sache von Minuten sein kann, schließlich sind hier sogar englische Schilder angebracht. Eine kurze Nachfrage ergibt allerdings, dass das bemühte junge Fräulein nicht im Besitz auch nur der geringsten Englischkenntnisse ist. Und so macht sie uns auf Katrins chinsische Frage hin gleich mal klar, dass in den gewünschten Ort definitiv KEIN Zug fährt. Wir haben die Karte vor Augen und sind uns 100%ig sicher, dass da eine schwarz-weiß gestrichelte Linie verläuft! Ich flitze aufs Zimmer und hole das Kartenmaterial, doch als ich zurück bin, hat sich das Problem schon geklärt. Sie hatte Changji verstanden, was nördlich von Ürumqi liegt und von wo wir ja kommen. Weitere quälend lange Minuten und halbverstandene und nichtverstandene und doch verstandene Sätze später erhalten wir die Nachricht, dass der Zug morgen um 6.42 Uhr abfährt und ein Ticket 56 Yuan kostet, die Besorgungsgebühr beträgt vergleichsweise stolze 30 Yuan. Aber, wir haben uns die Rennerei zum Bahnhof und das Nichtverstandenwerden dort erspart. Wenig später, als wir das Hotel zu einer Stadtrundfahrt mit Bahnhofsbesichtigung (Planung ist alles!) verlassen wollen, halten wir die Tickets bereits in den Händen. Na also.

Wir rollen durch Hami, das sich bis auf die Größe nicht von anderen chinesischen Städten bisher unterscheidet. Viele, viele kleine Läden, tausende Essensmöglichkeiten und ruhige, nette Menschen. Die Gehwege sind sauber, es gibt Mülleimer (die offensichtlich auch benutzt werden). Aus der glühenden Mittagshitze fliehen wir in ein kleines Baozi-Lokal und probieren uns durch die unterschiedlich gefüllten Teigtaschen. Die kann man immer essen, auch wenn man keinen Hunger hat.

Zur Mittagsruhe geht es zurück ins Hotel, wo wir erneut gewissenhaft unsere Taschen packen. Alles soll sehr kompakt sein für die Zugfahrt morgen. Die Schaffner werden ob unserer Fahrrad-Pakete schon genug erschrecken. Da wollen wir sie doch nicht noch mit allzu vielen Kleinteilen zusätzlich verärgern. Zudem haben wir bei der Erkundung die strengen Sicherheitsmaßnahmen bemerkt. Beim Eintritt in den Bahnhof werden alle Taschen durchleuchtet. Auch hier sind weniger Gepäckteile besser zu handhaben.

Die zimmereigene Waage hat übrigens heute folgendes ergeben:

Katrin 55,3 kg, Molle 66,7 kg, Katrins Gepäck 30,5 kg, Molles Gepäck 27,5 kg. Gemein, gell!