25.07.2010 (k) Helmsedal/Hulbak – Beginn Loerdal: 46 km, Hm

„… den Alpen, … den Pyrenäen, … (… am Julier, ne Albula, auf den Lofoten, aber ohne Spitzen, …“) – die Vorschläge sind vielfältig, als wir uns zur Pause im Windschatten eines Generatorenhäuschen nahe der Passhöhe des Helmsedalfjells niederlassen. Hinter uns ein See, vor uns ein See, Berge ringsherum. Viel Stein, wenig Bewuchs. Mit anderen Worten, es ist äußerst pittoresk, ja einfach sehr schön hier. Nur warum stellt man ständig diese Vergleiche an? Um einzuordnen, zu kategorisieren, sich zu erinnern, wo in der Welt man schon einmal ähnlich Schönes gesehen hat, um abzuspeichern, wahrscheinlich. Es ist wie in … aber es ist  i n Norwegen. Und schon wieder freuen sich unsere Radlerherzen und -körper über einen trockenen Tag, wenn er auch ziemlich bewölkt ist und das richtige Licht für die Wunderlandschaftsfotografien nicht ausgeschüttet wird. Knäckebrot und Streichkäs schmecken uns angesichts der erarbeiteten Höhenmeter auch bei Wolken, und Uli und Matze laben sich an (leider wie alle abgepackten Salate in Norwegen mayonaiselastigem) Italosalat und Dosenfisch. Ja, man lasse sich das Wort ruhig zwischen den Augen zergehen: Dosenfisch! So tief ist unser Angelmatze also gesunken! Aber was soll man machen? Da, wo es etwas zu holen gäbe – so wie gestern im Forellenparadies Hemsil – muss man perfekt ausgerüstet mit Kescher unterwegs sein, um zu kleine und zu große Fische ordnungsgemäß zurückbefördern zu können. Wenn man ohne Kescher oder gar 14 Euro teure Fiskekort erwischt wird, droht  Strafe. Und wir wollen uns den armen Matze nicht in einem Vikingerverlies mit den Füßen an zwei Angelhaken an der Decke befestigt und dem Kopf in einem Tauchbecken vorstellen. Dann eben Dosenfisch. Scheint auch zu schmecken. Auf die gemütliche Pause folgen noch ein paar Kilometer auf der Hochebene am …See entlang. Dann stürzt sich die Straße mit zwei, drei Serpentinen ins enge …Tal hinunter, in dem die „große“ E16 verläuft, die aber hier noch recht klein wirkt. Dennoch, die „E“-Straßen sollte man als Radler in Norwegen meiden, und so nutzen wir gleich die nächste Abzweigung, um bis zum Sognefjord so viel wie möglich auf Nebenstraßen zu bewältigen. Doch das dann morgen. Wir haben es nicht eilig und stoppen planmäßig auf dem ersten Campingplatz der sich uns unter die Räder wirft, und der ist exakt 300 Meter nach dem Abzweig. Bier, frische Tagliatelle mit Sahne-Carbonara – alles weitsichtig über den Berg geschleppt und an einem gemütlichen Sonntagabend genossen. Wie in …? Ach was, einfach wie im Hier und Jetzt.