02.01.2010 (m) – Ruhetag in Luang Prabang

Das Frühstücksritual von gestern wird kopiert. Philip und Franzi erzählen dabei von ihren Erlebnissen des Morgens. Sie haben gegen 7 Uhr dem Gang der Bettelmönche durch Luang Prabang beigewohnt, bei dem diese von den Gläubigen ihre Gaben in die Näpfe erhalten. Hoch gepriesen ist dieses Ritual, das für die gläubigen Laoten von großer Bedeutung ist, das man aber hier in der Stadt getrost als Veranstaltung bezeichnen kann. Findige Bananen- und Reisverkäufer nutzen die Gunst der Stunde längst, den Touristen „Spenden“ zu verkaufen, die diese dann in die Töpfe legen können. Horden dieser kurzbehosten und sandalisierten Spezies drängen sich dann auch an den Straßen, die die Mönche entlangschreiten. Stative und Blitzlichtgewitter begleiten die bedauernswerten Orangekutten, von denen sich viele ob dieser „Belastung“ mit Abwanderungsgedanken tragen, um sich in einem der ruhigeren Klöster des Landes niederzulassen.

Nach dem Morgenschwatz im Café fahren wir zum Fluss, wo wir im Navigation Center die Bootstickets für morgen erstehen wollen. Im Laufe unserer Verhandlungen entpuppen sich die beiden Anbieter als Gemeinschaft, die bei uns das Kartellamt auf den Plan rufen würde. Im Verlaufe der Verhandlungen schwanken die Preise nach Belieben hoch und runter, nähern sich unserer Vorstellung aber nicht wirklich an. Auch erinnert das Auftreten der smarten Jungs an die Tuk-Tuk-Mafia von Bangkok. Wir suchen nach Alternativen. Ein kurzer Blick in die Karte genügt: wir lassen uns mit einem Transport 40 Kilometer aus der Stadt bringen, damit uns die doch recht lange unterkunftslose Strecke nach Muang Khoua nicht überfordert. Schnell ist ein netter Fahrer gefunden, der uns morgen Früh um 7 Uhr aufliest und zum gewünschten Ziel fährt. Von dort wollen wir in die Pedale treten und das Panorama von der Straße statt vom Fluss genießen. Ist wahrscheinlich sowieso die bessere Variante als mit 15 Touris eine Butterfahrt auf dem Nam Ou zu machen. So viel zu den hehren Plänen von gestern…

Zufrieden mit unserer Entscheidung kehren wir dem Navigationsbüro den Rücken und machen uns auf dem berühmtesten Vat von ganz Laos auf, der zugleich auch der schönste sein soll: Natürlich ist alles weniger prachtvoll und golden als in Thailand, aber die Gebäude und Figuren passen wunderbar ins Gelände, der Ort strahlt trotz seiner hohen Besucherzahlen eine gewisse Ruhe aus. In den Randbereichen sieht man Mönche und Novizen, die ihren Alltagsbeschäftigungen nachgehen, orangene Kutten leuchten auf den Wäscheleinen in der Sonne. Im Hintergrund fließt der Mekong ruhig dahin, Palmen umrahmen das Szenario.

Sightseeing macht natürlich wieder hungrig, diesmal kosten wir laotische Köstlichkeiten in einem kleinen Lokal namens „Tamarind“, dem ein guter Ruf vorauseilt. Und tatsächlich sind die Speisen von der Kürbissuppe mit Ingwer, über eine gemischte Dip-Platte bis hin zu in Zitronengras gepacktem Hühnchen sehr schmackhaft. Der restliche Nachmittag wird im Ethnic Center bzw. vor der einen oder anderen Tasse Kaffee und bei Sonnenuntergang dem einen oder anderen Bier verbracht.