16.04.2010 (k) – Onsentag im Iya Valley

Die Nacht war – da wir alles, was wir haben, angezogen hatten – warm genug. Sechs Grad im Zelt, das ist für unsere Ausrüstung sagen wir mal gerade noch Komfortbereich. Lediglich so gegen sechs Uhr morgens wird es immer ein bisschen frisch und man versucht, sich noch tiefer hineinzukuscheln. Apropos: als wir am Morgen aus dem Zelt spitzeln, zeigt sich ein erwartet trübes Bild. Man hätte nicht einmal hinausschauen müssen, denn das Trommeln der Tropfen auf dem Zeltdach genügt, um sich klar zu werden, dass heute nochmal Badetag ist. Zuerst nützen wir eine Regenpause, um im Dorf einen Laden zu suchen. Wir werden auch fündig. Ein kleiner Kramerladen hat allerlei Krimskrams im Sortiment, einen Ofen mit einem Wasserkessel darauf im Eingangsbereich und sogar ein paar knatschige Hefegebäcke, die uns als Frühstück dienen. Die Luft ist nicht mehr ganz so kalt wie vor zwei Tagen, doch die Wolken hängen bis Tief ins Tal und es regnet immer wieder. Haben wir schon erwähnt, dass wir einen für diese Region ungewöhnlich kalten April durchleben. Na, wer will nicht auf Reisen etwas Besonderes erleben? Gegen Mittag sind wir wieder am Onsen. Im dazugehörigen Hotel vermuten wir ein Internet in der Lobby und liegen richtig. Wir dürfen es einfach so benutzen, noch dazu gibt es ein W-Lan. Nach einem ausgiebigen Bad in den Pools des Onsen legen wir in der Hotellobby eine mehrstündige Nachmittagssitzung ein, indem wir neue GPS-Tracks erstellen, weitere Planungen anstellen, Informationen erlesen und uns über das Zeitgeschehen informieren. Danach gleiten wir wieder in die heißen Fluten. Es ist gar nicht viel los und sehr entspannend, wenn man so einen großen Whirlpool oder eine Sauna ganz für sich alleine hat. Das Waschen auf dem Plastikhockerchen ist immer wieder ein Erlebnis. Da wird geschäumt und gerubbelt, geschrubbt und gespült, bis auch die letzte Hautschuppe glänzt. Im Außenpool gefällt es mir am besten. Ich fläze auf den Natursteinen wie in einer überdimensionalen Badewanne. Das Wasser wärmt mich mit angenehmen 40,01 Grad, mein Kopf wird durch die Außentemperatur von 10 Grad schön gekühlt und die Regentropfen prickeln in meinem Gesicht. Zum Abendessen treffen wir uns wieder im hauseigenen Restaurant und verschlingen Udon und Curry. Als wir um 21 Uhr zum Zelt zurückschlappen regnet es noch immer. Doch für morgen ist Sonne gemeldet und auch wenn wir es uns im Moment nicht vorstellen können, so glauben wir doch dem Wetterbericht.