16.12.2009 (k) – Pakse – Kong Chiam: 78km, 300Hm

Ein Stempel und wir sind draußen – schon wieder, nach nur 7 Tagen Laos! Wohl wissend, dass wir bald ins Land zurückkommen, fällt der Abschied aber nicht schwer. Wir freuen uns vielmehr auf Thailand – es ist ein bisschen wie eine Heimkehr, wenn man in ein Land kommt, in dem man schon einmal gewesen ist. Das Immigration Office möchte auch nur ein kleines Formular ausgefüllt haben und fix bekommen wir unser „Visa on arrival“ ausgestellt, das diesmal lediglich etwas Stempelfarbe in unserem Reisepass ist und wenigstens keine ganze neue Seite verschwendet. Kostenlos, dafür aber nur 15 Tage gültig, mehr gibt es auch auf Nachfragen nicht (wir dachten an ein double-entry-60 days beispielsweise). 44 km vor der Grenze haben wir in Pakse den Mekong überquert, der an dieser Stelle nicht ein echter Grenzfluss ist, nun folgt also der zweite Seitenwechsel des Tages: „Welcome to Thailand“, begrüßt uns ein Plakat. Als große Fans der Thailändischen Küche dürfen wir natürlich keine Zeit verstreichen lassen und biegen in eines der Grenzlokale auf ein Grünes Curry und Pad Thai ein. Der Genuss dauert jedoch nicht ewig, und so bleibt uns nichts weiter übrig, als uns doch wieder auf die Böcke zu schwingen, und durch die heiße Luft zu strampeln. 37 Grad im Schatten zeigt mein „Traveller“ (anbei nochmals herzlichen Dank an alle beteiligten edlen Spender dieses High-End-Geräts!). Nach knapp einem Kilometer Fahrt drängt sich die Erinnerung an den immerhin schon 4 Jahre zurückliegenden Thailandurlaub durch die Windungen des Gehirns nach vorn: Thailandprofil: „bb“ – wie der Neuseeländer sagen würde: besonders bluffy. Über schwarz-glühende Asphaltwellen schaukeln wir die knapp 30 Kilometer bis Kong Chiam dahin: aufwärts trieft das Gesicht, abwärts trocknet es wieder, praktisch. Ein Hinweisschild auf ein Resort lässt uns kurz vor dem Ort einer kleine Stichstraße zum Mekong hin folgen: die Hoffnung auf ein erfrischendes Bad in einem Pool ist extrem verlockend, das Preisniveau der Nobelanlage allerdings nicht. Knapp 100 Dollar im billigsten Zimmer – plötzlich ist uns gar nicht mehr so heiß und wir kämpfen uns schnell zurück zur Hauptstraße und gleiten hinein in das schöne Dorf, in dem viele tolle Holzhäuser stehen und das gemütlich und einladend wirkt. Als wir vor einer kleinen Reihenbungalowanlage stehen, entdeckt uns der alte Besitzer, der gerade mit der Blumenpflege beschäftigt ist. „Häp a lugg?“ – strahlt er uns unter seinem Strohhut entgegen und als wir bejahen, braust er mit dem Moped schnell davon, um seine Frau zu holen. Klar, Geschäftemachen ist doch Frauensache. Ein sauberes Zimmer mit Fan (Ventilator)– genau, was wir wollen. Sie hätten zwar auch ein Zimmerchen mit „Air“ gehabt, aber wir gestikulieren, dass uns das mit der „Air“ viel zu kalt sei. Die beiden kassieren lachend, prüfen noch den Fan und ziehen davon. Wir sind bis auf eine thailändische Frau, die hier Dauergast zu sein scheint, die einzigen Übernachter und genießen das Ankunftsbier im kleinen Garten. Das nächste kühle dieser Art dürfen wir dann in einer total goldig gestalteten Straßenkneipe einnehmen, nachdem wir den obligatorischen Dorfrundgang beendet haben. Wir beobachten wie sich das halbe Dorf nach und nach bei der Curryverkäuferin, die ihren Stand neben der Kneipe aufgebaut hat, was zum Abendessen holt. Fast-Food auf Thai. Jede Speise ist in ein pralles Plastiktütchen verpackt und jeder kann alles in Augenschein nehmen und auswählen – zu Hause aufwärmen und genießen. Wir sind auch drauf und dran, zuzuschlagen, doch eigentlich haben wir auch keine Lust, den Kocher aufzubauen und wechseln zwei Hütten weiter in ein Restaurant. Der „Spicy Salad“, den wir als drittes Gericht essen, begrüßt uns nochmals ausgesprochen herzlich in diesem Land, dessen Küche als eine der schärfsten gilt – wir vergaßen. Nach den eher ungewürzten Gerichten von Vietnam und Laos ein kulinarischer Seitenwechsel. Achja, apropos: in Thailand herrscht Linksverkehr!

16Dez2009