Heute heißt es erst mal ausschlafen. Genauer gesagt bis 9 Uhr, denn um 9.30 Uhr müssen wir unsere Räder aus dem „Business Center“ holen. Das Personal wollte es gestern Abend partout nicht zulassen, dass wir unsere Räder in den Bike-Taschen mit aufs Zimmer nehmen. Wir tragen die Taschen also auf den Hof und nutzen die warme Morgensonne gleich dazu, die Fahrräder gründlich zu putzen und frisches Öl aufzutragen. Nach und nach kommen immer mehr Leute und bestaunen unsere Räder, fachmännisch werden die Einzelteile begutachtet und bewertet. Unser Koch von gestern Abend dreht auf meinem Rad eine Runde, ebenso der Hausmeister, der von meiner Federgabel sehr angetan ist, vom harten Sattel aber nichts hält. Schließlich fragt er uns, ob wir hungrig seien und als wir bejahen, fahren wir zu einer kleinen Nudelküche, wo er für uns eine Suppe mit Tofu, Rindfleischstreifen, Nudeln und vielen Gewürzen bestellt. Dazu gibt es noch Dim Sum (süße Hefebrötchen). Er wechselt mit Katrin noch ein paar Worte, bezahlt für uns und ist auch schon wieder verschwunden. Wir essen in Ruhe auf, verabschieden uns und rollen noch ein wenig durch Jimisar. Es ist eine kleine, freundliche Stadt. Das Leben spielt sich auf der Straße ab. Es wird Brot gebacken, Obst und Gemüse verkauft, an einer Ecke sitzen ein paar alte Männer und spielen Go (chinesisches Schach?). Die Menschen lachen, wenn sie uns sehen, grüßen und nicken uns zu. Das ist schön so.

Gemächlich fahren wir zum Hotel zurück, wo wir uns nachmittags im ausruhen, Tee trinken, Tagebuch schreiben und lesen. Katrin hat seit heute morgen Halsweh und einen schmerzhaften Husten. Wir wissen jetzt noch nicht wie schlimm es wird, sollte es über Nacht schlechter werden, legen wir hier morgen noch einen Ruhetag ein. Die kommenden Etappen sind allesamt anspruchsvoll – viele Kilometer, viele Steigungen und wohl auch viele LKWs…Deshalb ist körperliche Fitness die Grundvoraussetzung.