Alwinton-Bellingham: 38km, 520Hm

Wieder strahlend blauer Himmel – das macht die Weiterfahrt durch den Northumberland-National-Park leicht. Ein paar steile Stiche – Wald – dann schön am Fluss entlang – hat was Skandinavisches. Auf dem “Pass” vor Elsdon rechts und links “Scheißesprüher” auf den Äckern, Wind und ein Schild mit Hinweis auf einen Tea-Room in 1,5 Meilen. Der ist dann zwar nicht mehr existent, aber ein älteres Ehepaar lässt sich das Geschäft mit den vielen kaffeesconehungrigen (vor allem Renn-) Radlern nicht entgehen und hat im alten Wohnzimmer mit Terrasse einen “Biker-Stopp” eingerichtet. Notdurft wird im Badezimmer im ersten Stock verrichtet – Dekor marine-affin, Teppichboden. Noch elf Meilen bis Bellingham – wir folgen dem ausgezeichneten Radweg. Das wäre gestern tatsächlich zu weit gewesen. Der nette Herr in der Touristeninformation am Ortseingang macht sich schlau: ein Platz auf einem Camping außerhalb wäre theoretisch noch frei, falls wir im Ort nicht genommen würden. Doch das Schild “site full – bikers and hikers only” an der Pforte des Farmcampings mitten im Ort erfreut uns. Wir erobern einen kleinen Grashügel – auch der Senior-Farmer empfiehlt uns diesen Platz für unser Zelt – und machen gleich für zwei Nächte fest: Bankholiday – da wollen wir nichts riskieren.
Wir feiern mit einem großen Takeaway Fish&Chips – reicht locker für zwei. Am “Ruhetag” machen wir einen Ausflug zum Wasserfall – ohne Rad geht gar nicht, also hoppeln wir doch mit ihnen los. Für den Rückweg durch den Zauberwald allemal lohnend. Am Nachmittag genießen wir das “Kaffeene” in einem zum Tearoom umrangierten Waggon der britischen Eisenbahn. Von unserm Hügel haben wir am Abend einen Überblick über die Feiernden und deren Dramen – für manchen auch “the worst weekend in my whole life”. War sicher nicht so geplant.

23Aug2013