03.08.2012 – In die Provence

Unser TGV verlässt den Bahnhof von Genf erst am Mittag, so bleibt genug Zeit für ein gemütliches Abbauen des Lagers nebst Gipfli und Jura-Kaffee. Schnell radeln wir in der Morgensonne zurück in die City, wo ein nettes kleines Café genau die richtigen Rahmenbedingungen für ein zweites Frühstück abgibt. Ein wenig warten wir noch in der wenig attraktiven Bahnhofshalle, bis das Gleis für unseren Zug angezeigt wird. Auf Gleis 8 hieven wir unsere schweren Gefährte und haben dann noch gengügend Zeit, alles zu verzurren und an den richtigen Platz zum Einstieg zu bringen. Schon rollt der TGV ein und wir können im Luxus der 1.Klasse schwelgen. Bei meiner Frühbucheraktion waren die günstigen Tickets für die 2.Klasse schon weg und die Schnellbucher-Tickets für die 1.Klasse kamen dann günstiger als die regulären Fahrkarten. Wow, so viel Platz habe ich in einem Zug ja selten gesehen. Kein Gedränge, stattdessen reichlichst Platz für zwei verpackte Räder samt Radtaschen und Packsäcken. Zudem überbreite Sitze. Es kann losgehen. Die Athmosphäre ist schön ruhig und teilweise fast lautlos gleitet der Zug der Cote d’Azur entgegen.

Fast sechs Stunden dauert es dann doch, bis wir in Cannes aus dem Zug können. Eigentlich wollten wir ja bis Antibes. Beim Ausstieg frage ich dann schnell einen Mitreisenden, ob die Bahn noch in Antibes hält, doch der verneint und meint: „Prochain arret Nice.“ Ups, das wäre zu weit für heute, fänden wir dort doch keinen Campingplatz. Und so springen wir eben in Cannes raus. Der nächtste Regionalzug ist schon in 20 Minuten da und so renne ich schnell zur Bahnhofshalle, um noch Tickets zu lösen.

Acht Minuten Fahrzeit später sind wir also endlich am heutigen Ziel angelangt. Per GPS habe ich die Route zum Camping schon angelegt und einmal mehr fahren wir wie Ortskundige zum Ziel. Kurz vor dem Platz erspähen meine Äuglein in einer Seitenstraße noch einen Markt, in dem sich vortrefflich ein Pasta-Abendessen samt kühlem Rosé zusammenstellen lässt. Eingepfercht zwischen anderen bunten Zelte sitzen wir im warmen Abendwind und können nicht anders als uns wohlfühlen.