30.06.2010 (k) Pargas – Kökar: 57 km, 150 Hm, Fähren

Heute wird also in Deutschland ein neuer Bundespräsident gewählt. Ja dann macht mal! Unser Tagesauftrag ist weniger von Bedeutung. Die Vorgabe war „früh raus!“ und sie gelingt, sitzen doch um 7.20 alle am Frühstückstisch bei bereits fertig beladenen Rädern. Der frühe Aufbruch ist eine Vorsichtsmaßnahme, denn wir wollen heute auf der kleinen Insel Kökar übernachten, zu der am Tag nur zwei Fähren fahren. Eine um 6 Uhr morgens und eine um 15.15 Uhr. Damit wir die 55 km entfernte Anlegestelle rechtzeitig erreichen, verlassen wir also gegen 8.00 Uhr den Campingplatz und düsen los. Auf dem Weg sind noch zwei weitere Fähren zu nehmen, die allerdings nur ganz kurze Stücke überbrücken. Kleinstfähren gehören in Finnland zum Straßennetz, daher kosten sie auch nichts – zumindest uns nichts. Den finnischen Steuerzahler wahrscheinlich schon. Danke! Die Hügel und die Verkehrsdichte nehmen mit jeder Insel mehr ab, so dass wir immer schneller vorankommen und trotz Einkaufsstopp schon um halb eins am Anleger sind. Da bietet sich natürlich eine große Vesper mit anschließendem Kaffeene an. Bis zum Abfahrtstermin treffen noch einige Gepäckradler ein, darunter eine große Rentnergruppe. Wir erfahren, dass alle Fähren im Aland-Gebiet für Radler und Personen kostenlos sind. Ich will mich ja nicht wiederholen. Aber das ist wirklich eines der fahrradfreundlichsten Länder, die uns je begegnet sind. So treten wir also die über zweistündige Fährfahrt nach Kökar an. Im Innenraum mit Panoramafenster sitzen wir auf gemütlichen Drehstühlen und genießen die Aussicht auf einige der angeblich 20000 Inseln des Archipelagos. Jetzt bleibt auch mal wieder Zeit, Geschehenes niederzuschreiben. Auf Körka ist es nicht weit zum Campingplatz, der sich herrlich auf Wiesen und Felsen hinter dem Meer erstreckt. Aland, das haben wir schon gehört, ist ein beliebtes Ausflugsziel für Radler. Dementsprechend muss man auf dem Platz diejenigen Leute, die nicht mit Rad und Packtaschen unterwegs sind richtiggehend suchen. Eine gut ausgestattete Küche mit gemütlichem Aufenthaltsraum vermittelt Berghüttenatmosphäre – hier könnte man es sogar bei Regen länger aushalten. Wir beschließen einstimmig, auch den morgigen Tag noch hier zu verbringen. Achja, der Bundespräsident heißt Christian Wulff – und für sowas braucht man drei Wahlgänge!?