20.07.2010 (m) – Gran-Hov: 50km, 100Hm

Das feine Sprenkeln auf dem festgezurrten Überzelt spricht eine deutliche Sprache. Eigentlich ist Aufstehzeit, doch nass werden wollen wir nicht. Eher undeutlich ist die Sprache der zwei Männer, die auf dem kleinen Parkplatz ihre Pause vebringen – offensichtlich zwei Straßenarbeiter, die um 9.30 Uhr ihr norwegisches Knoppers verdrücken. Jedenfalls hält uns das Geplapper und das dreckige Gelache vom Weiterschlafen ab. Also essen wir eben jeder ein “Boller” (süßes Hefebrötchen) und trinken eine Schokomilch dazu. Schließlich hört auch der Regen auf und wir packen geschwind unsere Sachen. Nach dem kurzen Steh-Frühstück, sprenkelt der Himmel schon wieder los. Na, hierbleiben ist angesichts des Nicht-Campingplatzes ohnehin keine Alternative. Regenjacke an und los geht es, immer entlang dem Randsfjord auf der Straße 34, die sich als angenehm flach und verkehrsarm präsentiert. Bis kurz nach Mittag bleibt es bei gelegentlichem Sprühregen, schließlich geht dieser in dauernden Nieselregen über, ehe der Niederschlag nach dem Einkaufen in Hov endgültig in richtigen Regen mündet. Glücklicherweise erreichen wir den anvisierten Campingplatz “Lygnastrand” nach einer knackigen Abfahrt viel eher als erwartet. Wir hatten auf eine (vorab im Internet gesehene) Familienhütte mit Backofen und offenen Kamin spekuliert, doch diese ist bereits ausgebucht. Ein “Rum” ist aber noch frei und nach einer kurzen Besichtigung der “guten Stube” entscheiden wir uns schnell für die Nacht darin. Alles ist aus Holz, die Einrichtung lädt mit Sofaecke und Esstisch zum gemütlichen Verweilen ein. Am Boden liegen aus dem Allgäu vertraute Flickerlteppiche. Schnell bringt die E-Heizung “Feuer” unters Dach und wir prosten uns mit einem Döschen Bier zu. Unser Technikfuhrpark lechzt bereits bedenklich nach Strom und die Stube bietet ausreichend Steckdosen. Matze wirft mal wieder die Angel aus, während wir die Büroarbeit erledigen und Fotos und Blogs auf den neuesten Stand bringen. Der Abend soll dann noch Tagliatelle mit Hackfleischsauce und ein Fläschchen Tempranillo, das ich gestern in Gran zur Feier der erfolgreichen Rad-Reparatur und weil`s überhaupt so schön mit Uli&Matze ist, erstanden habe, bieten. Heute ist es, im Gegensatz zu gestern, auch passend gemütlich für ein Fläschchen Roten.