28.11.2009 (m)

Für die Fahrt nach Hoi An gönnen wir uns mal wieder einen Privattransport – Minibus samt Fahrer, diesmal aber ohne Guide. Pünktlich werden wir am Hotel abgeholt. Die Reisegruppe ist kurzfristig auf fünf Personen angewachsen, da Ursula beim Frühstück mit Sibylle aus Berlin ins Gespräch gekommen ist und wir sie kurzerhand eingeladen haben uns auf der Fahrt – gespickt mit Highlights – zu begleiten.

Schnell haben wir die Stadt hinter uns gelassen, der Highway ist gesäumt von Reisfeldern, Wasserbüffeln und arbeitenden Menschen. Kaum hat man einmal die Siedlungen verlassen, ist man rasch wieder im ländlichen Vietnam. Immer wieder kommt auch das Meer in Sichtweite und wir steuern geradewegs auf den Wolkenpass zu, der sich von Meereshöhe auf gut 500 Meter ü.d.M. hinaufwindet. Von oben bieten sich bei gutem Wetter, das bei uns vorherrscht, Blicke auf das Südchinesische Meer und die Küstenlinien. Umringt von zahlreichen Touristen und noch mehr Verkäufern genießen wir, soweit uns das bei dem Gedränge möglich ist, den Ausblick. In der Ferne noch der Canh Duong und der Lang Co Strand, die wir weiter unten schon aus der Nähe genießen durften. Blenden weiß schmiegen sie sich an das blaue Meer. Man kann eigentlich kaum wiederstehen, hier ein wenig zu verweilen… Aber wir haben heute eine andere Mission. My Son steht noch auf der Agenda. Ein großer Tempelkomplex 40 Kilometer südwestlich von Hoi An. Die UNESCO hat die jahrhundertealten Cham-Temel längst in ihre Kulturerbeliste aufgenommen. Der Bau dieser kleineren und größeren Gebäude reicht bis ins vierte Jahrhundert zurück. Die Amerikaner haben der ganzen Anlage mit ihren Flächenbombardements ziemlich zugesetzt und so ist auch hier oftmals große Vorstellungskraft verlangt, sich die alte Pracht vorzustellen. Da wir auch weder Kenner der alten Cham-Kultur noch Mitglieder im Verein der Cham-Freunde sind, finden wir das hier alles interessant, nicht aber spektakulär. Zudem ist es etwas gewöhnungsbedürftig, nur auf den ausgetretenen Pfaden spazieren zu dürfen, da hier noch zahlreiche „unexploded“ Minen und Bomben rumliegen. Dass sich hier mal ein Ami blicken lassen würde um den Müll ein wenig zusammenzutragen – nicht zu erwarten. Da erübrigt sich jeder Kommentar. In zentralen Hochland und vor allem in Laos gäbe es auch noch was abzuholen – kopfschüttel, kopschüttel.

Ein strammer Marsch auf gepflastertem Weg durch dichten Dschungel führt uns zum Auto zurück, wo wir unseren liebenswerten Fahrer aus dem Mittagsschlaf wecken. Zuverlässig und sicher fährt er uns schließlich nach Hoi An zu unserer Bleibe für die nächsten drei Tage. Zufällig haben wir in Helgas Marco Polo Führer nach der Buchung entdeckt, dass es sich um einen „Insider Tipp“ handelt. Tropfende Klimaanlagen, ratternde Maschinen auf dem Dach (vor allem nachts??) und dunkle, etwas feuchte Zimmer lassen uns ein wenig daran zweifeln. Der nette Garten mit einem kleinen Pool, an dem auch gefrühstückt wird und der sehr günstige Zimmerpreis machen das Hotel aber zu einer annehmbaren Basis für unsere Hoi An-Aktivitäten. Wir sind ja eh meist unterwegs!

Nach so viel Kultur stärkt uns ein indisches Thali und zwar dermaßen, dass wir abends nichts mehr essen können/wollen. Stattdessen spielen wir in einer Bar am Fluss Billard, trinken Bier, Wein und Cocktails. Am nächsten Morgen sind wir doch tatsächlich nach ziemlicher langer Zeit mal wieder etwas verkatert. Aber, ist ja Urlaub!