13.08.2010 (k) Besichtigungstag in Hamburg

„Kein Stress“ – ist das Motto für heute. Nach dem Ausschlafen gönnen wir uns erstmal das Frühstück des Holiday-Inns. Für 8 Euro pro Person kann man sich am reichhaltigen und guten Büffet sattessen. Im Frühstücksbereich steht keine Auskunft darüber, wie man als Gast des Bridge-Inn beim Frühstück vorzugehen hat, und so beladen wir zunächst unsere Teller und bringen sie zum Tisch, an dem sich die Jungs dann auch gleich zum Spachteln niederlassen. Ich erkundige mich erst freundlich bei der Bedienung, wie dass nun abläuft, da wir ja für das Frühstück noch zu zahlen hätten, woraufhin ich klein mit Hut („..wie, sie haben noch kein Frühstück nachgebucht? … das geht ja gar nicht, erst zum Büffet zu gehen … blablablablubber“) zum Desk geleitet werde („…jetzt kommen se erstmal mit…“) und dort wie eine Strafgefangene der Kassiererin übergeben werde („ … diese junge Dame möchte noch dreimal Frühstück nachbuchen…“). Überheblichen Ton und Intonation bitte dazu denken. Wahrscheinlich ist diese junge Dame jünger als ich, aber gut, ich kann sie nicht fragen, denn sie macht auf dem Absatz kehrt und ich bin allzu perplex und mit Schuldgefühlen beladen, als dass mir das einfiele. Arroganz und Überheblichkeit und dass auch noch in meinen Augen völlig ungerechtfertigt (gibt es für Überheblichkeit überhaupt je eine Rechtfertigung?) – wer mich kennt, weiß, dass ich mich aufrege, und wer mich wirklich kennt weiß, wie ich reagiere, wenn ich wütend bin. Als die junge Dame uns dann noch die Kaffeekanne auf den Tisch wirft, ohne uns eines Blickes zu würdigen ist es mit Renés Geduld vorbei – in seinem Kopf formen sich wahrscheinlich schon die Worte für eines seiner wunderbaren „Feedbacks“. Die Feedbackbereitschaft der Angestellten wird allerdings nicht geprüft, da sie für uns nicht greifbar ist, vielmehr gibt er die Rückmeldung direkt bei der Rezeption ab, als er sich sowieso nach einer Massagemöglichkeit und dem neuen Internetcode erkundigt. Strahlend kommt er mit drei Cocktailgutscheinen zurück. Sehr passend – die werden wir uns heute Abend reinziehen. René, der Zenmeister des Feedbacks. Der Bus bringt uns wieder zügig in die Innenstadt – wir haben eher ein „Shopping-„, denn ein „Sightseeinprogramm“. Molle und ich schlagen bei neuen Schuhen zu, René kauft eine Sporttasche für den Rückflug, und ich erhalte ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk von René: ein Icebreaker-Longshirt extra dünn. Herzlichen Dank dafür! Der Mittagshunger wird beim Perser gestillt und schon wir es auch Zeit, die Schätze zurück ins Hotel zu bringen, um für den abendlichen Ausgang unbeschwert zu sein. Packen und Ausruhen steht auf dem Plan, denn morgen Früh muss alles sehr schnell gehen, unser Zug fährt um 7.28 Uhr ab. Als die Kellerbar „Windfang“ geöffnet hat, zücken wir dort unsere Cocktailgutscheine und werden mit Mai Thai und Strawberrycolada verwöhnt. So hält man doch Kunden bei Laune, sehr weise!

Um 19.00 Uhr treffen wir uns mit Sandra und Sascha, die heute allerdings recht abgeschlagen sind und sich wahrscheinlich lieber auf ihren Sofas wiederfinden würden. Trotzdem sind sie so nett und schleppen uns in die 20up-Bar im Nobelhotel am Hafen. Wie der Name schon sagt, befindet sich die Bar im zwanzigsten Stock. Glasfassade vom Boden bis zur Decke ermöglicht einen gigantischen Blick auf den Hafen, St. Pauli und die Innenstadt. Die Getränke sind ihre leicht erhöhten Preise bei diesem Ausblick allemal wert – staunend stoßen für an. Gemütlich sitzen wir beisammen, bis beim Dicken das Hungergefühl überhand nimmt. Wir machen uns auf, ein Restaurant zu suchen, das den Geschmack von allen trifft. Vorher müssen die Jungs allerdings noch die Herbertstraße auf- und abspazieren, Frauen müssen ja draußen bleiben. Die Reeperbahn ist noch nicht allzu belebt – reißt uns jetzt aber auch nicht vom Hocker. Auf einen Tex-Mex-Schuppen fällt die Wahl. Bei Dunkelbier und mittelmäßigen Spezialitäten verbringen wir noch zwei gesellige Stunden, bevor alle ihrer Wege gehen. Auf dem Weg zu unserem Zimmer laufen wir nochmal am Windfang vorbei – ah, da bietet sich ein Absacker an – so jung komm‘ ma nimmer zamm! Wir stoßen auf eine gelungene Reise an – und René scheint seine Qualen ja schon ziemlich verdrängt zu haben, er meint, es könnte sein, dass er uns mal wieder belgeiten wird. Schön wär’s, hat uns wie immer Spaß gemacht!