13./14.11.2009 (m) – Ruhe- und Nebeltage in Sapa

Die Nacht ist sternklar, es ist frisch, aber nicht kalt. Und so sind wir doch am Morgen sehr überrascht, als wir feststellen, dass dichter Nebel durch die Straßen wabert. Nicht so ein bisschen, sondern richtig fetter, dichter Nebel, Sichtweite kaum mehr als 50m. Nachdem wir aber ohnehin einen Ruhetag eingeplant haben, sind wir gar nicht soooo traurig. Muss man wenigstens kein schlechtes Gewissen haben, wenn man im französischen Café Pain au chocolat und vietnamesischen Kaffee trinkend das Kartenmaterial und den Führer wälzt und im Internet surft. Weiter geht’s zum Mittagsessen, vietnamesische Nudelsuppe, ach ja, abends eine leckere Pizza. Was soll man machen? Einheimische Lokale sind rar, und nach außen hin offen, was bei Außentemperaturen zwischen 5 und 10 Grad im Sprühnebel nicht sonderlich viel Freude bereitet. Die Westlokale dagegen sind gemütlich eingerichtet, gut gefüllt mit Touristen und bieten eine große Auswahl an Speisen.

Beim Frühstück treffen wir ein deutsches Pärchen, gestern mit dem Nachtzug angereist, nur einen Tag hier, heute Abend geht der Nachtzug schon zurück nach Hanoi. Auch sie sitzen im Nebel, keine Chance, noch zu warten, die Halong-Bucht ist schon gebucht, der Urlaub in 2 ½ Wochen zu Ende. Und wir, wir sitzen hier, warten einen Tag, vielleicht noch einen, könnten ja im Februar 2010 nochmal vorbei schauen…ein unvergleichlicher Luxus, so ein Sabbatjahr und wir sind so dankbar und froh, dieses hier und jetzt erleben zu dürfen.

Eigentlich wollten wir jetzt noch eine gute Woche durch den Nordwesten über zahlreiche Pässe und laut Berichten im Internet echten „Traumstraßen“ Richtung Hanoi, doch angesichts derartiger Wetterverhältnisse und schmieriger Straßen, die zudem viele Schotter- und Baustellen aufweisen sollen, erscheint uns das Unterfangen wenig lohnend. Ist es doch die Aussicht auf die Bergwelt, die diese Fahrt so unvergleichlich machen soll. Wir verschieben die Entscheidung auf den nächsten Morgen, hoffen trotz der üblen 7-Tage-Wetteraussicht (Wolken und Regen) auf ein Wunder….das aber ausbleibt.

So verharren wir einen weiteren Tag und planen um. Den Tram Ton Pass, mit seinen 1900m höchster Pass Vietnams, wollen wir auf jeden Fall überqueren, dann schlagen wir aber die Südroute auf dem Highway 32 ein, die uns in vier Tagen wieder ins Tal des Roten Flusses, und damit auch an die Bahnlinie Lao Cai – Hanoi, führen soll. Das Wetter wird dadurch zwar auch nicht besser, aber wir bewegen uns noch ein bisschen, die Distanzen zwischen den Orten sind geringer (weniger Stress ;-)) und ein Abbruch der Tour bei zu widrigen Wetterbedingungen ist leichter. Wir kramen also nochmals die bereits nach unten in die Taschen verstauten Regenklamotten heraus und stellen uns vor dem Schlafengehen psychisch auf Nässe ein – hoffentlich hilft’s.