20.01.2010 (m) Mae Hong Son – Khun Yuam: 67km, 980Hm

Durch die komplett verglaste Front unseres Zimmers strahlt die Sonne herein. Sogar Seeblick haben wir, was wir bei unserer Ankunft gestern nach Einbruch der Dunkelheit gar nicht so recht bemerken konnten. Das ist schon eher eine “Villa”, nicht das schäbige Teil aus Nong Khai! Und da es seit langem mal wieder einen Wasserkocher im Raum hat, starten wir den Tag mit Kaffee und Ovaltine. Trotzdem geht es heute aber wieder auf die Piste und so wird routiniert gepackt, geschleppt und beladen. Beim Seven Eleven Supermarkt findet heute der interne Bockgewichtskontest statt. Jeder von uns wird zuerst selbst auf die Waage gestellt und dann nochmal mit dem beladenen Fahrrad im Arm. Lustig, es gibt keinen bedauernswerten Oberschleppesel: exakt 50kg wiegt jedes bepackte Rad. Als haetten wir vorher pingeligst gewogen und verteilt.Franzi mit ihrem schweren Bock immerhin 22. Der Planet hat die Luft schon wieder ordentlich aufgeheizt, als wir uns zum Frühstück auf der Terrasse eines kleinen Cafés am See niederlassen. Die Küche und auch die Kaffeemaschine scheinen ob unserer Bestellungen zusammenzubrechen – tun sie aber nicht und Stück für Stück tröpfeln unsere Stärkungen für die bevorstehende Etappe am Tisch ein.
Warum sollten wir auch vor 11 Uhr wegkommen. Wäre ja mal gar nicht typisch für uns. Aber wir befinden uns ja in der kühlen Trockenzeit und da wird es selbst mittags nicht unerträglich heiß – also alles im grünen Bereich. Wir setzen uns auf die Straße 108 nach Süden. Diese ist hervorragend ausgebaut und auch wenig befahren, aus Sicht des Radfahrers also bestens geeignet. Einige große Steigungen stehen heute auf dem Programm, sollen aber deutlich flacher sein als gestern. Dafür ist die Gesamttendenz steigend. Und so kommt es dann auch, dass die Kilometersteine am Straßenrand von Km 67 eher zäh Richtung null zählen. Landschaftlich ist heute kein großes Kino, sodass sich der Kopf tendenziell mit dem Erspähen des nächsten Kilometersteins beschäftigt. Dementsprechend langwierig gestalten sich dann auch die Streckenabschnitte. Ein paar Esspausen lockern den heutigen Ausritt auf. Wir durchfahren nur wenige Dörfer, sehen auch nur wenige Menschen. Abgesehen von einigen schönen Blicken auf selbst jetzt saftige Reisfelder mit Hüttchen und in die burmesische Bergwelt insgesamt, wie schon erwähnt, eher eine Etappe aus der Kategorie “Vorankommen”.
Immerhin erreichen wir deutlich vor Sonnenuntergang das sehr schöne “Ben Farang Guesthouse”. Wir genießen das Ankommen mit einem Bierchen, ganz der Tradition entsprechend. Leider halten sich die Moskitos nicht an ihre Bestimmung, erst ab der Dämmerung aktiv zu werden, und so werden wir rasch in die Dusche getrieben. Franzi gönnt sich noch ein Stündchen Thai-Massage während Philip seine Speichen nachzieht, damit einen Achter ins Rad reinmacht, um diesen dann ausdauernd wieder rauszumachen: auch eine Beschäftigung ;-)
Nachdem Franzi fertig gefaltet ist, finden wir uns auf der Terrasse zum Nachtessen ein.

20Jan2010