11.08.2010 (k) Kolding (Binderup-Strand) – Aabenraa: km, Hm

An … Tagen von …(das gilt es noch auszurechnen) unserer Reise schien die Sonne. Heute erleichtert sich der Himmel bereits seit morgens um fünf, das verhagelt unsere Statistik. Soll es uns etwa den Abschied erleichtern? Zunächst erleichtert es nur das Frühstück, wir sitzen gemütlich beisammen und warten die stärksten Schauer ab. Als es schließlich nur noch nieselt, wagen wir den Aufbruch. Zurück zur Hauptstraße und dann immer an der 70 entlang – wenn ein Radweg parallel läuft – oder darauf. Anfangs können wir noch einer Nebenstrecke folgen, die Molle herausgetüftelt hat. Die tiefhängenden Wolken versperren uns den Blick auf die Landschaft, doch die Mais- und Getreidefelder haben auch bei diesem Wetter ihren Reiz. Es gibt einen Unterschied zwischen nass und nass, müssen wir nach gut 10 Kilometern feststellen. Als wir schon denken, genügend eingesifft zu sein, brechen die grauen Wolken über uns noch einmal in sich zusammen. Es fühlt sich an, als leere jemand direkt über uns seine Badewanne vom Vorabend aus. Ganz langsam findet das Wasser seinen Weg durch die Regenjacke den Hintern hinunter, die Arme entlang, frisst sich am eben noch trockenen Sockengewebe nach vorn bis zu den Zehen, die Füße stehen bald darauf in einem Schwamm.

Es ist nicht besonders kalt und da mein T-Shirt unter der Regenjacke trocken bleibt, ziehe ich mich nicht um, als es mit dem starken Schauer vorbei ist. Die Jungs hingegen legen sich trocken. In einem Supermarkt kaufe ich ein paar Dinge für die Mittagspause, die zunehmend realistisch wird, da die Wolken dichtzuhalten scheinen. Kaum haben wir allerdings einen Rasttisch geentert und all unsere Habseligkeiten ausgebreitet, findet ein besonders graues Exemplar doch noch den Weg zu uns und erleichtert sich über uns. Die blaue Kirschblüten-Hamami-Plane aus Japan hält für Molle und mich das Schlimmste ab. René hat schon resigniert und schaut unter seiner Softshellkapuze heraus: „Jetzt ist auch wirklich alles nass, was ich dabei habe!“. Gut, dass die Sonne nun endlich die Oberhand gewonnen hat. Die verbliebenen 17 Kilometer bis Aabenraa haben die Dinge am Leib Zeit, zu trocknen. Als wir am Campingplatz ankommen, bin ich wieder komplett trocken, lediglich meine Schuhe triefen noch, doch die haben jetzt auch wirklich ausgedient und landen mit einem lauten Rumps in der Mülltonne. Die Jungs spannen eine lange Wäscheleine und nützen die Abendsonne. Der gemütliche Teil des Tages beginnt: Leffe, Rotwein, Curry, Tiramisu und Gespräche über Musik, die die Welt (nicht) braucht.