24.01.2010 (m) – Chiang Mai

Für heute ist eine Tätigkeit angesetzt, die bei Frauen in aller Welt wohl die Herzen höher schlagen lässt, bei den Männern unwillkürlich die Hand an den Geldbeutel zucken lässt: Shoppen! Unsere Einkäufspläne sind allerdings so klar umrissen, dass keine extremen Auswüchse zu erwarten sind. So finden wir uns nach und nach in der Freiluftlobby des Hotels ein und machen uns dann gemeinsam auf, um einen Tuk-Tuk-Fahrer davon zu überzeugen uns nach unseren Preisvorstellungen zum Airport-Plaza zu bringen. Dies gelingt schnell und nach einer zehnminütigen Fahrt durch das heiße Chiang Mai ensteigen wir dem kleinen Gefährt und sind schnell in die kühle Aircon-Luft des Einkaufstempels eingetaucht. Und spätestens hier vergisst man recht schnell, in welchem Land man sich befindet. Wie in wohl allen Konsumtempeln dieser Welt reihen sich zahlreiche Boutiquen aneinander, thematisch geordnet, in unserem Fall auf vier Ebenen. Kleidung, Technik, Schönheit und Gesundheit sind die wichigsten Sparten. Aufgelockert wird das ganze durch Cafés und diverse Lokalitäten zur Magenberuhigung. Wir schwärmen aus, jeder gemäß seines Auftrags. Molle braucht Speichermedien, Katrin eine Sonnenbrille und Franzi eine Zweitbrille mit geschliffenen Gläsern. Philip braucht nichts, ist aber trotzdem dabei. Schnell werden die einzelnen Parteien fündig, Philip mit Kaffee ruhig gestellt – paradox, aber es klappt. Vor dem Mittagessen steht noch ein Frisuertermin für uns an. Wir wählen aus einem der vielen stylischen Shops aus und werden für 350 Bhat (sieben Euro) pro Kopf nicht enttäuscht: einer doppelten Haarwäsche folgt eine sehr gewissenhafte “Beschneidung” unserers Haupthaares. Eine erneute Wäsche leitet den Föhnmarathon ein. Das sehr zahlreich vorhandene Personal ist sehr aufmerksam und um das Wohl des Kunden besorgt. Eine wirklich angenehme Erfahrung, so ein Haarschnitt beim thailändischen Coiffeur!
Nach all den Pflichten muss natürlich wieder für das leibliche Wohl gesorgt werden. Und wenn vier Fressmummeln einen Food-Court beackern, dann sammeln sich allerhand Leckereien auf einem kleinen Plastiktischchen: Sushi, Ramen, Rolled Noodels, Roti mit Zwiebelfüllung, japanisches Rindfleisch und ein Kügelchen Eis für den ein oder anderen…Ein braunes Warmgetränk, Mandelbrownie und Kürbistorte runden das Mahl ab. Wer sagt denn eigentlich, dass man immer vorher Radfahren muss, damit man ordentlich Kohldampf hat? Schon ist der Tag soweit fortgeschritten, dass Franzis Brille abgeholt werden kann – das geht ja richtig zackig hier! Im Supermarkt decke ich mich noch mit den geliebten Haribos für die Lenkertasche ein, dann tuktuken wir zurück in die Altstadt. Hier herrscht schon reges Treiben ob des Sonntagsmarktes, der am Thapae Gate und in der angrenzenden Straße heute stattfindet. Kurz erregt noch der Fish-Spa unsere Aufmerksamkeit: in einem 1x3m Becken tummelt sich eine spezielle Fischart, die, sobald man seine Füße in deren Schwimmregionen taucht (was in den kleine Behältnis mit geschätzten 500 Fischchen nicht besonders schwer ist), sich auf die “Käshaxn” stürzen und abgestorbene Haut abknabbern. Es fühlt sich ein bisschen so an, als wären einem die Füße und Waden eingeschlafen. Besonders kitzlig sollte man auch nicht sein. Aber, nach kurzer Gewöhnungszeit ist es sehr angenehm und obendrein eine lustige und kurzweilige Erfahrung. Für zwei Euro/15 Minuten ist man dabei. Das Hotel wartet im Anschluss mit einer kühlen Dusche und ebensolchen Getränken auf – herrlich. Beim Abendessen – ja richtig gelesen, es passt schon wieder was rein! – gehen wir kein Risiko ein und statten unserem “Lieblingsitaliener” Franco eine Besuch ab, der extrem leckere hausgemachte Pasta und Pizza auf den Tisch zaubert. Dass die Bedienung sich bei den Nachbestellungen wundert muss sicher nicht extra erwähnt werden. Wir sind eben nur beim Shoppen diszipliniert.