22./23.12.2009 (m) – Nong Khai

Ja, genau das ist doch der richtig Ort um Weihnachten außerhalb Deutschlands zu feiern! Ne, irgendwie doch nicht. Nachdem wir mit den Rädern den so gepriesenen Ort am Ufer des Mekongs in allen Himmelsrichtungen erkundschaftet haben und auch unser gebuchtes Quartier für den Heiligen Abend im Hotel Pantawee begutachtet haben, wird uns klar, dass wir uns mit der Vorbuchung keinen großen Gefallen getan haben. Dazu kommt noch, dass Vientiane auf der anderen Uferseite ein guter Ort für Visabeantragungen sein soll. Und da ein Wochenende bevor steht, an dem natürlich auf den Botschaften niemand arbeitet, fühlen wir uns in Nong Khai irgendwie gefangen. Die Tatsache, dass die Villa für vier schon im Voraus bezahlt ist und die „engagierte Besitzerin“ (Lose) nicht daran denkt, auch nur einen Cent wieder herauszurücken, macht die Entscheidung, vorzeitig abzureisen, nicht gerade einfacher. So quälen wir uns einen Tag mit allen möglichen Planungsalternativen durch die Stadt, um uns die Zeit zu vertreiben, bis unsere Allgäuer Freunde Philip und Franzi morgen Früh eintreffen. Gemeinsam fällt uns die Entscheidung dann vielleicht leichter. Immerhin entdecken wir am Abend noch das Mut Mee Guesthouse, das herrlich am Flussufer gelegen ist und auch Nicht-Gästen das zugehörige Gartenrestaurant öffnet. Authentische Thai-Curries erfreuen unsere Gaumen. Nach dem Essen werden wir vom Barbesitzer der Boots-Bar auf dem Mekong, die über einige Stufen hinunter zum Fluss erreichbar ist, animiert, doch heute Abend zu kommen: es gäbe Live-Musik in entspannter Atmosphäre. Na, das klingt doch gut, und unsere Bar- und Night Club-Aktivitäten waren bis dato ja auch nicht gerade überwältigend. Also stoßen wir so gegen 21:30 Uhr zum Travellergrüppchen in indischen und pseudoindischen Klamotten mit Handgelenkswärmern, Mützen und Kopftüchern aller Art und allerlei wehenden Gewändern. Im Zentrum des Geschehens steht ein irischer Barde, der Gassenhauer und Klassiker nach seiner Facon vergewaltigt und für die Originale nichts übrig zu haben scheint. Tempi und Tonhöhen sind was für Spießer! Umrahmt wird er von einem „indischen“ Bassisten, einem britischen Pärchen mit Gitarre und Flöte und einem putzigen uns sehr „bemühten“ Quetschenspieler (wie unser Knödi!). Der laue Wind, das Bier und der Mond in der Ferne, das Schunkeln des Bootes auf dem Mekong – ja, früher oder später blicken alle selig drein, so schön kann Südostasien sein. Wir amüsieren uns auch, trinken Bier (ehrlich) und Wein (unehrlich) – mitten in der Nacht kotzt Katrin, ehrlich!

Am nächsten Morgen haben sich die Wogen geglättet, Katrin bleibt aber lieber noch in der Unterkunft, während ich Philip und Franzi vom Bahnhof sicher zum Hotel geleite. Die beiden sind mit dem Nachtzug aus Bangkok angekommen und tragen den Einzug in die Pseudovilla mit Fassung. Letztlich ist diese ein großer Raum im Innehof des Hotels, in dem zwei große Betten nebeneinander stehen. Ein kleines Bad und eine Abstellkammer komplettieren das Hüttenfeeling. Der abgehalfterte PC und ein Riesenflatscreen reißen hier auch nichts mehr raus. Jedenfalls ist bald klar, dass wir eine Nacht hier „verschenken“ und trotz Vorabzahlung „and no refund possible“ das Weite suchen. Weg von dubiosen, schmierigen Weißen mit Thai-Mädchen an der Hand, auf die andere Flussseite, nach Laos. So verbringen wir den Vorweihnachtstag mit dem Besuch des Figurenparks (ein Park, gefüllt mit über haushohen buddhistischen und hinduistischen Steinfiguren eines laotischen Künstlers) vier Kilometer vor den Toren der Stadt und einem Abendessen im Mut Mee-Garten, wo das Essen ebenso mundet wie bereits gestern. Als Philip gegen 19 Uhr plötzlich am Tisch einknickt und sich schlagartig ins Bett verabschiedet, trinken auch wir gemütlich aus uns schlendern ins Hotel zurück. Dank unserer schönen Moskitonetze können uns auch die aufmüpfigen Moskitos nichts anhaben.