14.07.2010 (k) Filipstad – Ransäter: 64 km, Hm

„Was, fahrt ihr schon?“, nuschelt Martin, der Campingplatzbesitzer, in seinen tatsächlich vorhandenen Bart. Ja wie, „schon“ – wir hatten eigentlich ja nur eine Nacht hier bleiben wollen, doch es sind vier geworden. Ist aber wie gesagt auch ein lauschiges, angenehmes Plätzchen hier! Heute fahren wir zuerst 8 Kilometer auf einer Teerstraße, auf der uns ein paar LKW und einige Autos überholen. Und am Schluss fahren wir nochmal 4 Kilometer auf einer Teerstraße, fast ohne Autos. Dazwischen preschen wir durch die Wälder. Es ist wirklich Schweden pur! Nach dem gestrigen Gewitterregen sind manche der Sandpisten ziemlich durchweicht, was das Treten etwas anstrengend macht, doch das nimmt man angesichts der tollen Sträßchen gerne in Kauf. Auf den Sandpisten begegnen uns den ganzen Radeltag lang nur zwei Autos. Das ist ein absoluter Vorteil der GPS-Navigation. Denn in unserer Papierkarte ist natürlich von all den Wegen kein einziger mehr verzeichnet. Molle hat aber fleißige Arbeit geleistet und bei Gpsies ein Durchkommen erstellt. Wir können den schwedischen Traumtag in vollen Zügen genießen: blauer Himmel, manchmal mit schönen weißen Wolkenformationen, Wälder mit unterschiedlichen Baumarten, soweit das Auge reicht, manchmal auch von oben, denn einige Hügel gilt es auch zu bewältigen. Und natürlich Seen. Zur Pause lassen wir uns auf den weichen Kissen nieder, die die Moos- und Flechtenwelt für uns bereitet hat und könnten beinahe komplett abschlaffen, wenn da nicht der Navigationsschlumpf zum Aufbruch blasen würde. Und wenn wir ihm nicht folgen, sind wir in dieser Wildnis ja hoffnungslos verloren! Also weiter! Aber das Ankommen gefällt ja auch immer allen. Der kleine Ort Ransäter hat leider keine Einkaufsmöglichkeit. Alle Hoffnungen auf Matze setzend erwerben wir einen Angelschein für den Fluss und ein paar kommunale Seen in der Umgebung. Doch kein Fisch will anbeißen. Naja, für zwei Euro sollte man auch nicht zu viel erwarten. Wir versuchen unser Glück noch beim Grill und bestellen viermal Köv mid Brod – aber die Portion wäre gerade mal ein Magenkitzler, wenn sie nicht so grässlich schmecken würde bzw. die Konsistenz nicht so pampfig wäre, also eher ein Magenreizer. Ein Gutes hat dies alles aber letztlich: es werden die Reste vertilgt. Und so heißt unser Mahl: Basmatireis mit Massaman-Currysauce (auf Creme fraiche Basis) und anschließend Pfannkuchen mit Nutella und Zimtzucker-Zitrone. Endlich wieder ein paar Ladenhüter los! Der Ausklang des Abend erfolgt im Aufenthaltsraum und ins Zelt findet jeder dann auch ohne GPS.