02.09.2009 (m) – Ja, der Feuertopf. Man nimmt an einem Tisch Platz, in dessen Mitte sich ein Loch mit einem Gasbrenner befindet. Auf selbigem wird ein großer Topf platziert, der durch eine Wand in zwei Hälften geteilt ist. Auf der einen Seite befinden sich Chilis, Öl, Koriander, diverse Pasten, Sichuan-Pfeffer u.v.m., auf der anderen einige Kräuter und ebenfalls eine nicht unerhebliche Menge Chilis. Mit heißem Wasser aus einer großen Kanne werden beide Seiten bis unter den Rand angefüllt. Es dauert nicht lange, dann brodeln beide Flüssigkeiten. Inzwischen geht man mit einem Tablett ausgestattet zu riesigen Regalen, die mit Spießchen unterschiedlichster Art gefüllt sind. Nicht alles ist von uns zweifelsfrei zu identifizieren. Wir halten uns eher an die Dinge, die wir zu kennen glauben: Fleischspieße, Spinat, Algen, Pilze, Tofu, Nudeln. Allerdings lassen wir auch etwas exotischere Versuche nicht aus: 1000-jährige Eier, Wachteleier, undefinierbare grüne und beigefarbene Platten (sieht aus wir der Rand von einem Käse, ist es aber nicht und schmeckt auch gut). Durch das Garen in den Flüssigkeiten schmeckt eigentlich eh alles recht ähnlich – scharf. Am Ende des Gelages werden die Spießchen gezählt, von denen einer (also, das was drauf gespießt war) mit 20 Cent zu Buche schlägt. Zusammen mit Josh und Tan kommen wir auf 114 Stück, dazu werden 12 Flaschen Bier gezählt…wir werden morgen noch einen Tag in Ürumqi bleiben.

Gut so, geht doch an diesem Nachmittag ein gewaltiges Unwetter über der Region nieder. Heftiger Regen und Sturm! Wir liegen gemütlich auf dem Bett im Hotel und schauen auf das Chaos auf der Straße und stellen uns dabei vor, wie wir gerade noch 30km vom Himmelssee entfernt bei diesem Wetter strampeln würden. Glück gehabt. Wir lesen, dösen, packen die Taschen wieder mal um. Glücklicherweise haben wir den Vormittag noch dazu genutzt, auf den „Stadtberg“ zu steigen (na, vielmehr als ein Hügel ist es nicht). Von dort genießt man einen schönen Blick auf die Stadt und in die umliegenden Berge. Leider ist es etwas diesig (Smog), sodass man nicht allzu viel sieht. Das ganze Gelände ist als Park angelegt, in dem sich die Chinesen ertüchtigen und amüsieren sollen. Viel Kitsch, die Farben rot und gelb (das sind die chinesischen Glücksfarben) dominieren. In einem kleinen Wäldchen sind alle möglichen Turn- und Klettergeräte, an denen die Chinesen – alt wie jung – die wildesten Verrenkungen machen.

Abends gehen wir nochmals mit Josh und Tan zum Essen. Diesmal laden wir die beiden in ein richtiges Restaurant ein. Über die Bildspeisekarte ordern wir sechs Gerichte, die in der Mitte des Tisches landen und wir lassen es uns munden. Der Bierkonsum wird künstlich niedrig gehalten, so dass wir das Lokal gegen 21.30 Uhr verlassen. Morgen geht’s dann aber los.