25.05.2010 (m) Pingquan – Chengde: 96 km, 500 Hm

Heute sind die Fronten geklärt – im wahrsten Sinne. Das Wetter ist untrüglich gut, die Sonne brennt vom Himmel. Schnell ist alles gepackt, ein Tässchen Instant-Kaffee noch, schon sind wir auf dem Weg zum Muslim-Restaurant, das uns mit einer ordentlichen Portion Teigwaren in Brühe versorgt. Ganze 70 Kilometer soll das unsere einzige Nahrungsaufnahme bleiben. Der Weg aus der Stadt ist leicht, handelt es sich bei Pingquan eben doch nur um ein Provinznest – ein schönes jedoch. Ein wenig Bange ist uns, da die ersten gut 40 Kilometer der Strecke auf einer „roten“ Straße verlaufen. Unsere Sorgen stellen sich jedoch ziemlich rasch als unbegründet heraus. Zwar ist es eine Hauptverkehrsader, die aber einerseits über einen sehr breiten Seitenstreifen verfügt und andererseits nicht übermäßig stark befahren ist. Zwei Pässe sind zudem heute zu erwarten, auch diese entpuppen sich aber eher als Luftnummer, da die Steigungen über jeweils gut 30 Kilometer verlaufen und somit, abgesehen von zwei, drei längeren und steileren Anstiegen, kaum spürbar sind. Ebenso verhält es sich mit den Abfahrten. Die Landschaft ist im großen und ganzen sehr ansehnlich, schroffe Bergspitzen, grüne Hügel, davor viel landwirtschaftliche Anbaufläche. Apropos: Derzeit wühlen ganze Dörfer die angrenzenden Äcker auf und setzen behutsam kleine Pflänzchen in die rotbraune Erde, die sogleich mühsam gegen die strammen Windböen und die Hitze des Planeten ankämpfen müssen. Es ist Frühling in Nordchina, obwohl man meinen könnte, man befände sich – bei über 30 Grad hier – in einem deutschen Jahrhundertsommer. Das Kontinentalklima des Nordens hat jedoch nach klirrend kalten Wintern mit bis zu -20 Grad im eigentlich Sommer noch mehr zu bieten: 40 Grad aufwärts! Uns gefällt der Frühling, können wir doch in kurzen Hosen und Shirts durch die Lande brausen und brauchen auch nach schweißtreibenden Abschnitten kein trockenes T-Shirt aus dem Gepäck zu kramen. Vornehmlich alte Chinesen in blauen Anzügen und mit den typischen, dunkelblauen Mützen treiben das immergleiche Werkzeug (eine Art gebogene Handschaufel an einem langen Stiel) durch Mutter Erde. Die meisten Felder sind zumindest schon vorbereitet und warten, wie bei anderen bereits geschehen, darauf, den kleinen Setzlingen als guter Nährboden zu dienen und den Kampf gegen die Naturgewalten aufzunehmen. Wir kommen hervorragend voran, was nicht nur am immer wieder unterstützenden Wind sondern auch am sehr gefälligen Profil liegt. Die gut 95 Kilometer vergehen wahrlich wie im Fluge, nur einmal, 20 Kilometer vor dem Ziel, länger unterbrochen von einer Nudelsuppen-Pause in einem der Felder. Ein paar gammelige Vororte sind noch mit geschlossenen Nasenlöchern zu durchqueren, dann erreichen wir die große Einfallstraße von Chengde, sehen die laternengesäumten Straßen, die einem spätestens klar machen, dass es nicht mehr weit sein kann. Wir spitzen die Augen und gehen auf Hotelsuche, vermuten wir doch gerade in den Randbereichen Neubauten. Schnell werden wir fündig, jedoch nicht glücklich. Das erste Hotel, eine Touristenburg, möchte gerne 100 Euro für ein Zimmer, das zweite, ein Businnes-Hotel, darf keine Ausländer beherbergen, was auch der Dame des dritten Hotels plötzlich einfällt, nachdem das Zimmer bereits besichtigt und der Preis ausgehandelt ist. Etwas genervt fahren wir in Richtung Zentrum und erwarten eigentlich nur noch weitere Touristenunterkünfte, da wir uns dem UNESCO Welterbe Hotspot „Chengde Mountain Resort“ annähern. Wir versuchen unser Glück abermals in einem chinesischen Hotel, das einen guten Eindruck macht. Diesmal klappt es, wobei wir es erst richtig glauben, als wir im Zimmer sitzen und den Schlüssel, respektive die Chipkarte, in den Händen halten. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Fang. 18 Euro, mitten in Chengde, geräumig, recht sauber und mit Internetanschluss. Das Fenster zur Straße stört uns nicht, vielmehr nehmen wir am chinesischen Alltag Teil, selbst wenn wir nicht draußen sind. Wir mögens. Am Abend drehen wir noch eine kleine Runde, auf der wir bermerken, dass Chengdes Straßen ordentlich gefegt sind, die Stadt von netten Menschen bewohnt wird und über bestens ausgestattete Supermärkte und ein reichhaltiges Restaurantangebot verfügt. Sollte der angekündigte Regen tatsächlich in den nächsten Tagen kommen, hier ließe sich dieser vermutlich ganz gut abwarten. Wir landen in einem sehr schönen Restaurant, das gut besucht ist und liebevoll gekochte Gerichte auf den Tisch bringt. Die Wartezeit ist überraschend lange für China, dafür stellen wir fest, dass die Speisen aufwendiger gestaltet und überaus schmackhaft sind. Dafür wartet man doch gerne ein bisschen. Direkt vor dem Restaurant befindet sich der Stadtplatz, der mit Einbruch der Dunkelheit zum Leben erwacht und Hunderte von Chinesen anzieht, die Federball spielen, mit Bällen jonglieren, Mini-Fallschirme in die Luft schleudern und wieder auffangen, tanzen, plaudern, lachen, beobachten. Würden bei uns viele Jugendliche in solch einer Situation eher durch Blödsinn machen und Alkohol trinken auffallen, befinden sich hier Jung und Alt im harmonischen Miteinander. Bewundernswert.bleiben. Der Weg aus der Stadt ist leicht, handelt es sich bei Pingquan eben doch nur um ein Provinznest – ein schönes jedoch. Ein wenig Bange ist uns, da die ersten gut 40 Kilometer der Strecke auf einer „roten“ Straße verlaufen. Unsere Sorgen stellen sich jedoch ziemlich rasch als unbegründet heraus. Zwar ist es eine Hauptverkehrsader, die aber einerseits über einen sehr breiten Seitenstreifen verfügt und andererseits nicht übermäßig stark befahren ist. Zwei Pässe sind zudem heute zu erwarten, auch diese entpuppen sich aber eher als Luftnummer, da die Steigungen über jeweils gut 30 Kilometer verlaufen und somit, abgesehen von zwei, drei längeren und steileren Anstiegen, kaum spürbar sind. Ebenso verhält es sich mit den Abfahrten. Die Landschaft ist im großen und ganzen sehr ansehnlich, schroffe Bergspitzen, grüne Hügel, davor viel landwirtschaftliche Anbaufläche. Apropos: Derzeit wühlen ganze Dörfer die angrenzenden Äcker auf und setzen behutsam kleine Pflänzchen in die rotbraune Erde, die sogleich mühsam gegen die strammen Windböen und die Hitze des Planeten ankämpfen müssen. Es ist Frühling in Nordchina, obwohl man meinen könnte, man befände sich – bei über 30 Grad hier – in einem deutschen Jahrhundertsommer. Das Kontinentalklima des Nordens hat jedoch nach klirrend kalten Wintern mit bis zu -20 Grad im eigentlich Sommer noch mehr zu bieten: 40 Grad aufwärts! Uns gefällt der Frühling, können wir doch in kurzen Hosen und Shirts durch die Lande brausen und brauchen auch nach schweißtreibenden Abschnitten kein trockenes T-Shirt aus dem Gepäck zu kramen. Vornehmlich alte Chinesen in blauen Anzügen und mit den typischen, dunkelblauen Mützen treiben das immergleiche Werkzeug (eine Art gebogene Handschaufel an einem langen Stiel) durch Mutter Erde. Die meisten Felder sind zumindest schon vorbereitet und warten, wie bei anderen bereits geschehen, darauf, den kleinen Setzlingen als guter Nährboden zu dienen und den Kampf gegen die Naturgewalten aufzunehmen. Wir kommen hervorragend voran, was nicht nur am immer wieder unterstützenden Wind sondern auch am sehr gefälligen Profil liegt. Die gut 95 Kilometer vergehen wahrlich wie im Fluge, nur einmal, 20 Kilometer vor dem Ziel, länger unterbrochen von einer Nudelsuppen-Pause in einem der Felder. Ein paar gammelige Vororte sind noch mit geschlossenen Nasenlöchern zu durchqueren, dann erreichen wir die große Einfallstraße von Chengde, sehen die laternengesäumten Straßen, die einem spätestens klar machen, dass es nicht mehr weit sein kann. Wir spitzen die Augen und gehen auf Hotelsuche, vermuten wir doch gerade in den Randbereichen Neubauten. Schnell werden wir fündig, jedoch nicht glücklich. Das erste Hotel, eine Touristenburg, möchte gerne 100 Euro für ein Zimmer, das zweite, ein Businnes-Hotel, darf keine Ausländer beherbergen, was auch der Dame des dritten Hotels plötzlich einfällt, nachdem das Z
immer bereits besichtigt und der Preis ausgehandelt ist. Etwas genervt fahren wir in Richtung Zentrum und erwarten eigentlich nur noch weitere Touristenunterkünfte, da wir uns dem UNESCO Welterbe Hotspot „Chengde Mountain Resort“ annähern. Wir versuchen unser Glück abermals in einem chinesischen Hotel, das einen guten Eindruck macht. Diesmal klappt es, wobei wir es erst richtig glauben, als wir im Zimmer sitzen und den Schlüssel, respektive die Chipkarte, in den Händen halten. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Fang. 18 Euro, mitten in Chengde, geräumig, recht sauber und mit Internetanschluss. Das Fenster zur Straße stört uns nicht, vielmehr nehmen wir am chinesischen Alltag Teil, selbst wenn wir nicht draußen sind. Wir mögens. Am Abend drehen wir noch eine kleine Runde, auf der wir bermerken, dass Chengdes Straßen ordentlich gefegt sind, die Stadt von netten Menschen bewohnt wird und über bestens ausgestattete Supermärkte und ein reichhaltiges Restaurantangebot verfügt. Sollte der angekündigte Regen tatsächlich in den nächsten Tagen kommen, hier ließe sich dieser vermutlich ganz gut abwarten. Wir landen in einem sehr schönen Restaurant, das gut besucht ist und liebevoll gekochte Gerichte auf den Tisch bringt. Die Wartezeit ist überraschend lange für China, dafür stellen wir fest, dass die Speisen aufwendiger gestaltet und überaus schmackhaft sind. Dafür wartet man doch gerne ein bisschen. Direkt vor dem Restaurant befindet sich der Stadtplatz, der mit Einbruch der Dunkelheit zum Leben erwacht und Hunderte von Chinesen anzieht, die Federball spielen, mit Bällen jonglieren, Mini-Fallschirme in die Luft schleudern und wieder auffangen, tanzen, plaudern, lachen, beobachten. Würden bei uns viele Jugendliche in solch einer Situation eher durch Blödsinn machen und Alkohol trinken auffallen, befinden sich hier Jung und Alt im harmonischen Miteinander. Bewundernswert.