01.08.2010 (k) Geilo – Roedberg: 72 km, 700 Hm

„Plant konservativ für den Alten“, hatte René in seiner letzten Mail an uns geschrieben, bevor sein Sommerurlaub begann. Na gut, dachten wir, die 1000 Hm vom Lysebottn nach oben wird er ja wohl packen, und ansonsten so 80 Kilometer pro Tag, der kann ja beißen. Da wir nun doch nicht über die Fjorde brettern, haben wir uns vielleicht zufällig seinem Wunsch eher angenähert. Der nationale Radwanderweg  Nr. 5 „Numedal“ wird schon nicht so hart sein. Von Geilo aus müssen allerdings noch ein paar Hügel überwunden werden. Wir folgen nicht allzu lange der Straße 40, sondern biegen die erste Möglichkeit auf eine Nebenstraße ab, die östlich des Palsbu- und des Tunhovd-Fjords verläuft. Sie ist ebenfalls geteert, also gut zu fahren, aber eben auch ziemlich hügelig. Verkehr herrscht allerdings kaum, und so ist es ein richtiger Radelgenuss. René muss ganz schön kämpfen, aber wir haben ja das Ziel, den „Dicken“ zu schinden! Ein Bänkchen bietet sich perfekt für eine Mittagspause an, es gibt Kartoffelbrei mit Pfeffersauce. Wir haben uns viel zu erzählen und quatschen auch auf dem Rad, weshalb die Zeit trotz aller Strapazen schnell vergeht. Die letzten Kilometer vor der langersehnten Abfahrt ziehen sich etwas, doch dafür werden alle mit tollen Serpentinen hinab nach Roedberg belohnt. Direkt gegenüber dem Wasserkraftwerk ist ein kleiner Campingplatz, und da René für den ersten Tag wahrlich genug hat, stellt sich keine Alternative zu diesem ziemlich heruntergekommenen Angebot. Wir schlafen in einem Zelt, denn hier wird immer per Zelt kassiert, und das Doppelte wollen wir für gammlige Sanitäranlagen und Küche dem schmuddeligen Besitzer auch nicht in den Rachen werfen, auch wenn er es sicher hätte brauchen können. Nudeln mit schmackiger Tomatensauce füllen die Kohlehydratspeicher aller Beteiligter, damit es Morgen auch wieder heißt: den Dicken schinden!