26.07.2010 (k) Steinklepp – Laerdal: 42 km, O Hm

Es ist schon wieder halb elf, als die vier Gemütliradler ihr Frühstück auf der Kinderwippe beendet haben und vom kleinen Campingplatz rollen. Und sie rollen noch immer, als sie am Nachmittag das herrlich gelegene Örtchen Laerdal erreichen. Die 40 Kilometer folgen in weiten Teilen der „historik route“, die durch das gewaltige …-Tal führt. Die moderne Hauptstraße E 16 verläuft öfter in Tunnels, so dass man von ihr gar nicht so viel mitbekommt. Die alten Straßen halten sich an den Flusslauf und wir können uns an den Engstellen, Gumpen und Wasserfällen erfreuen. Wir treffen sogar wieder auf die Königsstraße, hier Kongsvegen, allerdings hier nur ein Wanderweg. Ein weiterer Höhepunkt liegt direkt neben der Straße: die am besten erhaltene Stabkirche Norwegens, die Borgund Kyrka. Sie sieht so winzig aus – die Wikinger waren wohl doch nicht solche Hünen – oder sind nur die kleinen Frauen und Kinder in die Kirche gegangen? Laerdal selbst hat eine lange Tradition als Handelstor zu Westnorwegen. Obwohl noch gut 300 Kilometer von der Westküste entfernt, liegt der Ort am Meer – die Verbindung dahin stellt der längste Fjord der Welt, der Sognefjord her. Somit war Laerdal prädestiniert für den Handel übers Fjell zu den Küstenstädten. Knurrige Holzhäuser am Leutnantskai zeugen von der Blüte Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit Hilfe der Abendsonne, die noch einmal über den Fjord hereinblinzelt, spiegeln sie sich bilderbuchmäßig im Wasser.  Der Campingplatz ist gerammelt voll, aber wir haben ein schönes Plätzchen mit Blick auf den Fjord und sind zufrieden. Den Nachbarn ziehen wir ihren Einweggrill unter dem letzten verkohlten Schweinebauch weg, pimpen ihn mit unseren Kohlen und einem viertel Liter Grillanzünder und brutzeln eine Runde weiße Bratwürste (weiße sind übrigens in Norwegen sehr schwer zu bekommen, rote hingegen gibt es in allen Variationen und Konsistenzen) und anschließend Santa-Maria-BBQ-Chicken-marinierte Brüste. Die Beilagen kommen aus dem Backofen: Kartoffelschnitze (modern „Wedges“) sowie Zucchini-Pilz-Feta-Gemüse. Nachdem ich eine Runde durch das Altdorf gedreht habe und Matze sich einmal mehr im Fjordangeln versucht hat, während Uli und Molle am Platz geblieben sind, gibt es zum krönenden Abschluss noch Blaubeerkuchen mit Vanillesauce. Der weitere Reiseplan wird im Anschluss geändert. Morgen geht’s eine „World-Heritage“-Route entlang.