Von Muskat ging es am ersten Weihnachtsfeiertag los – wieder in Richtung Norden. Wir hatten den “Al Baidis” versprochen, dass wir auf jeden Fall noch einmal vorbeikommen. Daneben wollten wir natürlich noch ein paar Highlights mitnehmen. Den Viehmarkt in Nizwa, das ein oder andere Wadi und natürlich viel omanisches Flair.

Wir fühlten uns im Land nun so richtig wohl. Alles war uns vertraut und so nutzten wir auch die Möglichkeit, kleine Abstecher von den Hauptrouten zu machen.

Wieder wurden wir eingeladen. Da wir aber erst so viele Tage in Muscat “sesshaft” waren, war uns so gar nicht nach weitern drei Tagen “sit, sit, sit”. Irgendwie kamen wir uns schon schlecht vor, das Angebot abzulehnen, aber wir blieben “hart”. Eine kleine Rundfahrt durch’s Wadi und ein schmackhaftes Mittagessen haben wir ja “angenommen”…

Der Hausherr lädt zu Datteln, Kaffee, Früchten und Mittagessen

Es gefiel uns wirklich richtig gut. Die Nächte waren angenehm kühl,die Tage nicht zu heiß und immer fanden wir tolle Strecken und unglaubliche Plätze für unser Zelt. Die Atmosphäre war so friedlich, wir fühlten uns sicher und die Menschen waren immer offen und interessiert. Und da es uns genauso ging, hatten wir viele wunderbare Begegnungen.

Mit das Eindrücklichste war die Nacht in einem Wadi nahe Nizwa. Mutterseelenallein campierten wir inmitten der steilen Felswände. Bei Trockenheit ungefährlich und nur zu empfehlen. Die abendliche Dusche im klaren Wasser des Wadis. Ein Lagerfeuer aus Treibholz und überhaupt: So ruhig war es – selbst im Oman – lange nicht mehr. Man hörte jedes Knacken, die Laute der Tiere. Gänsehaut!

Schließlich erreichten wir Nizwa, wo wir sehr auf den traditionellen Viehmarkt – immer montags – gespannt waren. Natürlich waren wir nicht die einzigen Touristen, teilweise erinnerte alles ein bisschen an einen Zirkus – so wie die Reisenden mit ihren fetten Objektiven im Anschlag in der Mitte lauerten. Aber die Einheimischen blieben (noch) cool und hielten ihren Markt ganz traditionell ab. Ob das so bleibt?

Silvester verbrachten wir im Zelt in Nizwa und der Neujahrstag 2016 ging für uns dann so zu Ende.

Camp oberhalb von Al Hamra

Bis wir schließlich wieder in “Al Jazeera” bei Stamm der Al Baidi waren, gab’s nochmal jede Menge Schotter unter die Reifen. Die Wadi-Strecken waren stets unberechenbar. Mal frisch geplättet, mal knöcheltief. Und hin und wieder Rampen, die selbst den Norden Thailands in den Schatten stellen. Schweißtreibend – aber jeden Meter wert.

Meinen Geburtstag genossen wir diesmal auf einem “unserer” Hügel.

Camping mit Blick von oben – im Oman gelingt das leicht

Am nächsten Tag stand uns ein langer Weg nach “Al Jazeera” bevor. Glücklicherweise war die Straße nur wenige Wochen zuvor komplett neu gewalzt worden. Sonst hätten wir für die Strecke wohl drei Tage gebraucht. So schafften wir es, mit Sonnenuntergang bei unseren Gastgebern einzurollen.

Nagelneu gemachte Piste – Glück für uns

Zwei Tage blieben wir nochmal in der Familie. Wir wurden wie Familienmitglieder empfangen und behandelt. Worte können nicht beschreiben, was wir hier erleben durften.