Fast vier Wochen ist es nun schon wieder her, dass wir in Cochin das Kreuzfahrtschiff bestiegen haben. Über den Indischen Ozean, den Golf von Aden, den Suez-Kanal und das östliche Mittelmeer brachte uns der Dampfer in 19 Tagen nach Antalya – nur unterbrochen von kurzen Stopps in Goa, Mumbai, Salalah (Oman), Aqaba (Jordanien), Haifa (Israel) und Limassol (Zypern).

Als Fazit zum Thema Kreuzfahrt können wir in aller Kürze dies sagen:

  • schön, diese Art des Reisens mal ausgiebig erleben und beobachten gekonnt zu haben
  • eine angenehme Art für Nicht-Flieger von A nach B zu gelangen
  • nur als Transreise, niemals als Urlaub (!)
  • irgendwie auch wie fliegen, nur viel langsamer; denn die meiste Zeit sieht man natürlich genauso wenig von Land und Leuten wie aus dem Flieger und deshalb bleibt:
  • Fahrrad und Zug sind einfach die perfekte Kombination

Indien verließen wir zunächst: erleichtert! Wir hatten uns keine üble Krankheit eingefangen, wir hatten dem Verkehr und der Hitze getrotzt und unsere angepeilte Strecke ohne fremde Hilfsmittel zurückgelegt. Auch liefen uns keine Bösewichte (vor denen ja in Blogs, Reiseportalen und bei Auswärtigen Ämtern beim Thema Indien extrem gewarnt wird) über den Weg. Und falls doch, so haben wir sie jedenfalls nicht bemerkt…
Ja und dann verließen wir Indien natürlich auch mit Wehmut. Ich kann an dieser Stelle aus Platzgründen gar nicht nochmal auf all die positiven Eindrücke eingehen – da sprechen die Bilder wohl – jedes Einzelne – für sich. Und wieder einmal waren es vor allem die Menschen, die unseren Erfahrungen mit dem Land ihren Stempel aufgedrückt haben und deren Begegnungen mit uns uns sicher wieder ein Stück weit verändert und geprägt haben werden. Und was Indien essentechnisch mit uns angerichtet hat, das werdet ihr feststellen, wenn ihr uns zu Hause besuchen kommt.

Zu Hause. Nach Hause. Dieses Thema rückt nun mit der Annäherung an Europa wieder mehr in den Fokus. Cochin stellte somit auch einen Umkehrpunkt unserer Reise dar, weiter südlich und weiter östlich werden wir auf dieser Reise wohl nicht mehr kommen. Daher befinden wir uns rein formal also seit vier Wochen auf der Rückreise.
Diese wollen wir jedoch so richtig auskosten. Mit Ländern und Regionen, die wir bislang noch nicht oder viel zu wenig beradelt haben: Griechenland, Albanien, Montenegro, Kroatien, Slowenien, Österreich.

Den Anfang machte aber bereits die Türkei. Ja, machte, denn nach nur zehn Tagen werden wir sie morgen auch schon wieder verlassen. Es geht weiter nach Rhodos und damit endgültig zurück nach Europa.
Einen in Anbetracht der Gesamtgröße der Türkei geradezu lächerlich kleinen Abschnitt haben wir nur bereist. Dafür, so glauben wir, aber auch einen besonders schönen: die lykische Küste zwischen Antalya und Fethiye. Die sehr anspruchsvolle Strecke weist auf knapp 300 Kilometern fast 4000 Höhenmeter auf, wobei die Steigungen gerne zwischen 10 und 15% liegen. Nach 19 Tagen Kreuzfahrt im Besonderen, und auch sonst durchaus eine Herausforderung.

Für die Mühen bekamen wir allerdings auch einiges geboten: antike Stätten vom Feinsten (Phaselis, Olympos, Patara und Xanthos), traumhafte Küstenstraßen, bergige und einsame Landsträßchen, Bilderbuch-Buchten, herausgeputzte Städtchen (Kas, Fethiye) und original türkische Kleinstädte (Demre, Finike).

Und überall frisch gekochte, ehrliche türkische Küche sowie offene und gastfreundliche Menschen. Liest sich fast wie der Werbetext eines x-beliebigen Reiseanbieters. Stimmt. Aber da ich ihn selbst geschrieben habe, kann er bedenkenlos geglaubt werden. Und wer dies nicht tut, der möge einfach selbst in die Südtürkei reisen. Dies wäre in Anbetracht des Rufs, den die Türkei derzeit in den deutschen Reisebüros hat, ohnehin das Beste. Die meisten hier sind nämlich alles andere als glücklich, dass die Gäste ausbleiben.

Schon wieder heißt es also einem Land fürs Erste lebewohl sagen. Wir tauschen das „merhaba“ gegen das „kalimera“, den Raki gegen den Ouzo und den cay gegen den – ja was eigentlich? Bleiben werden uns hoffentlich das gute Wetter, die gastfreundlichen Menschen, die schönen Zeltnächte, das hervorragende Essen, die braven Hunde, die lebhafte Kultur, die Sauberkeit der Restaurants und Unterkünfte und die fabelhaften Landschaften. Verzichten wollen wir hingegen nur auf die allzu knackigen Steigungen und den doch teils üblen Straßenbelag.

Einladung zum Tee vom Chef des Ramada-Bazar.

Unser weiterer Weg soll uns in den nächsten Tagen also nach Rhodos, Karpathos und schließlich Kreta führen. Dafür sind drei Fähren und ein paar Überbrückungsnächte auf den jeweiligen Inseln vor Kreta nötig. Diese wollen wir mit Tagesausflügen ohne Gepäck nutzen. Wie das so wird – ganz bald an dieser Stelle.